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Illustration der acht Glieder des Yoga, kreisförmig um eine Lotusblüte angeordnet
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28. August 2021 · YogicEscape Berlin

Die 8 Glieder des Yoga: Dein Weg zu einem ausgeglichenen, erfüllten Leben

Entdecke die 8 Glieder des Yoga für ein ausgeglichenes, spirituelles Leben. Erkunde, wie tief Yoga Geist, Körper und Seele miteinander verbindet. Lies jetzt und verwandle deinen Weg zu mehr Wohlbefinden.

Die acht Glieder des Yoga (Ashtanga: ashta = acht, anga = Glied) sind Patanjalis Rahmen aus den Yoga Sutras für ein sinnerfülltes Leben: Yama (Ethik), Niyama (Selbstdisziplin), Asana (Haltung), Pranayama (Atemlenkung), Pratyahara (Rückzug der Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Versenkung). Die ersten vier verfeinern Charakter und Körper, die letzten vier richten die Aufmerksamkeit nach innen, auf höhere Bewusstseinszustände. Die körperlichen Haltungen sind nur eines von acht Gliedern.

Illustration der acht Glieder des Yoga, kreisförmig um eine Lotusblüte angeordnet

Die 8 Glieder des Yoga

Yoga ist weit mehr als ein kurzes Wort mit vier Buchstaben – es ist ein ganzer Kosmos aus Wohlbefinden und spiritueller Disziplin, mit Wurzeln, die tief in Geist, Körper und Seele reichen. Zwar standen die Asanas, also die körperlichen Haltungen, lange vor dem eigentlichen Verständnis von Yoga im Vordergrund – doch dadurch löste sich die Praxis zugleich von ihrem Ursprung: von ihren Werten, ihrer Ethik, ihrer Philosophie und ihrem Fundament. Im Kern geht es darum, mit deinem wahren Selbst, deiner Seele in Verbindung zu treten – und durch eine bewusste Loslösung von der Welt und von dir selbst wahre Freiheit oder Erlösung (Moksha) zu erlangen.


In den Yoga Sutras entfaltet Maharshi Patanjali die acht Pfade des Yoga, auch bekannt als Ashtanga Yoga – einen Weg zu einem sinnvollen und erfüllten Leben. Ashtanga bedeutet wörtlich „acht Glieder“ (ashta = acht, anga = Glied). Diese acht Glieder sind die grundlegenden Leitlinien dafür, wie sich ein bedeutungsvolles und erfülltes Leben führen lässt.
Mit ihrem Fokus auf Moral, ethisches Handeln und Selbstdisziplin richten diese Ashtangas den Blick auf deine Gesundheit und nähren zugleich die spirituelle Dimension unseres Lebens.


Während die ersten vier Stufen von Patanjalis Ashtanga Yoga unsere Persönlichkeit formen, uns mit unserem Körper verbinden und unser Bewusstsein für uns selbst schärfen, bereiten sie uns auf die übrigen vier Stufen vor – jene, die sich unseren Sinnen, dem Geist und dem Erreichen eines höheren Bewusstseinszustands widmen.

1. Yama

Yama ist das erste Glied der acht Pfade des Yoga. Es richtet den Blick auf die Welt um uns herum und darauf, wie wir mit ihr umgehen. Yama befasst sich mit den ethischen Maßstäben und dem Sinn für Integrität eines Menschen. Im Mittelpunkt steht, wie wir uns verhalten und wie wir handeln – denn Yoga beschränkt sich nicht auf die Zeit, die wir auf der Matte verbringen. Es ist eine Praxis, die jeden Bereich unseres Lebens verwandelt und bereichert, auch die Beziehungen zu den Menschen um uns herum.
Die fünf Yamas sind:

  • Ahimsa: Gewaltlosigkeit
  • Satya: Wahrhaftigkeit
  • Asteya: Nicht-Stehlen
  • Brahmacharya: Maßhalten / der rechte Umgang mit Energie
  • Aparigraha: Nicht-Begehren / Freiheit von Gier und Anhäufung

2. Niyama

Niyama, das zweite Glied des Yoga, richtet den Blick auf unser Handeln – nicht nur uns selbst gegenüber, sondern auch gegenüber der Welt um uns herum. Im Zentrum stehen Selbstdisziplin und spirituelle Praxis.
Die fünf Niyamas sind

  • Saucha: Reinheit
  • Samtosa: Zufriedenheit
  • Tapas: spirituelle Strenge, Disziplin oder das brennende Verlangen – oder umgekehrt
  • Svadhyaya: das Studium der heiligen Schriften und des eigenen Selbst
  • Isvara pranidhana: das Sich-Hingeben an Gott oder eine höhere Macht

Diese Stufe des Yoga führt die Übenden nach innen – zu jener Wahrheit, die irgendwo tief in uns verborgen liegt.

3. Asana

Das dritte Glied des Yoga sind die Asanas, die im Yoga geübten Haltungen. Yoga sieht deinen Körper als Tempel deiner Seele – einen Ort, der Achtsamkeit braucht, damit wir unser spirituelles Wachstum annehmen und erkunden können. Das Üben der Asanas hilft uns, Disziplin und die Fähigkeit zur Konzentration zu entwickeln – beides unverzichtbar für die Meditation. Auch wenn es im Yoga unzählige Asanas gibt, kann auf dieser Stufe jede Haltung gemeint sein, die sich regungslos und bequem halten lässt. Es geht darum, ruhig sitzen und sich sammeln zu können.

4. Pranayama

Unser viertes Glied des Yoga ist Pranayama, die yogische Praxis, die sich ganz dem Atem widmet. Im Sanskrit bedeutet das Wort Prana „vitale Lebenskraft“ und Yama „Kontrolle erlangen“. Dieser vierte Pfad versteht die enge Verbindung zwischen Atem, Geist und Gefühlen und umfasst Techniken, mit denen wir unseren Atem meistern. Denn Yoga ist überzeugt: Wer seinen Atem lenkt, kann nicht nur den Körper neu beleben, sondern auch die eigene Lebensspanne verlängern. Indem wir unseren Atem steuern, können wir unseren Geist beruhigen – oder den Atem nutzen, um ihn zu klären und ihn aus den gewohnten Mustern zu befreien, in denen er sonst gefangen ist.

5. Pratyahara

Pratyahara, das fünfte Glied, widmet sich dem Überschreiten der Sinne. Das Wort „pratya“ bedeutet „zurückziehen“, „hereinholen“ oder „zurücknehmen“, und „ahara“ steht für alles, was wir über unsere Sinne „aufnehmen“. Es ist das bewusste Bemühen, die Aufmerksamkeit von der äußeren Welt abzuziehen, sich von den Sinnen zu lösen und sie ganz auf das eigene Innere zu richten. Diese Praxis erlaubt es uns, einen Schritt zurückzutreten, uns selbst mit klarem Blick zu betrachten und zu erkennen, was uns am Wachstum hindert.

6. Dharana

Indem Pratyahara uns von äußeren Ablenkungen befreit, bereitet es uns auf die nächste Stufe vor: Dharana, die Konzentration. Das sechste Glied des Yoga führt uns auf eine Reise, auf der wir uns auf unsere inneren Ablenkungen ausrichten. Als Vorstufe zur Meditation lehrt uns Dharana, den Strom der Gedanken zu verlangsamen und uns auf ein einziges geistiges Objekt zu sammeln – das kann ein bestimmtes Energiezentrum im Körper sein, das Bild einer Gottheit oder das stille Wiederholen eines Klangs.

7. Dhyana

Dhyana, was Meditation oder Versenkung bedeutet, ist die siebte Stufe des Ashtanga Yoga. Im Mittelpunkt steht ein ununterbrochener Fluss der Konzentration. Auch wenn Dharana und Dhyana sich auf den ersten Blick ähneln, sind es zwei eigenständige Stufen, getrennt durch eine feine Linie. Während Dharana das Sammeln auf einen einzigen Punkt übt, ist Dhyana der höchste Zustand des Gewahrseins – ein Bewusstsein ganz ohne Fokus. Auf dieser Stufe wird der Geist ruhiger und übt sich in Stille, sodass kaum noch Gedanken entstehen oder gar keine mehr. Was einfach oder gar „machbar“ klingen mag, verlangt in Wahrheit eine Kraft und Ausdauer, die nur schwer – wenn überhaupt – zu erreichen sind. Wir sollten nicht vergessen: Yoga ist ein Prozess, und jede Stufe trägt ihren eigenen Wert in sich.

8. Samadhi

Patanjali beschreibt diese achte und letzte Stufe des Ashtanga als einen Zustand der Verzückung – Samadhi. Indem die Übenden durch Meditation über das eigene Selbst hinauswachsen, entsteht eine tiefe Verbindung mit dem Göttlichen, eine Verbundenheit mit allem Lebendigen. Mit dieser Erkenntnis kommt die Seligkeit, eins mit dem Universum zu sein. Auf dieser Stufe geht es nicht um Glück, wie wir es kennen, sondern um die Glückseligkeit, uns selbst und die Welt um uns herum so zu sehen, wie sie wirklich sind – frei von Gedanken, Gefühlen, Vorlieben, Abneigungen und vorgefassten Urteilen.

Auch wenn sich das vielleicht nicht nach etwas anhört, wonach du in deinem Leben suchst – Patanjalis Yoga Sutra sagt, dass genau dieser yogische Weg das ist, wonach sich tief im Inneren jeder Mensch sehnt: nach Frieden. Diese höchste Stufe der Erleuchtung im Yoga lässt sich nicht kaufen und nicht besitzen. Sie ist eine Reise, die jeder Mensch für sich selbst erfahren muss.

FAQ: Die 8 Glieder des Yoga

Wie lauten die acht Glieder des Yoga in der richtigen Reihenfolge?

Yama (ethisches Verhalten), Niyama (Selbstdisziplin), Asana (Haltung), Pranayama (Atemlenkung), Pratyahara (Rückzug der Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Versenkung — ein Zustand von Glückseligkeit und Einheit).

Was sind die fünf Yamas?

Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Brahmacharya (rechter Umgang mit Energie) und Aparigraha (Nicht-Gier). Sie regeln, wie wir der Welt um uns begegnen.

Was sind die fünf Niyamas?

Saucha (Reinheit), Santosha (Zufriedenheit), Tapas (Disziplin), Svadhyaya (Studium der Schriften und des eigenen Selbst) und Ishvara Pranidhana (Hingabe an eine höhere Kraft). Sie richten den Blick nach innen.

Sind die körperlichen Haltungen das Wichtigste im Yoga?

Nein — Asana ist nur das dritte Glied und bereitet Körper und Geist auf die Meditation vor. Zu Patanjalis Weg gehören ebenso Ethik, Atem, Konzentration und am Ende die Befreiung (Moksha).

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